
Wie funktioniert Umkehrosmose bei Trinkwasser? Osmoseanlage einfach erklärt
Wer sich mit Wasseraufbereitung für Zuhause beschäftigt, wird früher oder später irgendwann auf den Begriff "Umkehrosmose" oder "Osmoseanlagen" stoßen. Aber was genau sind Osmoseanlagen und wie funktioniert eine Osmoseanlage? In unserem heutigen Beitrag möchten wir Ihnen das Thema Umkehrosmose und Osmoseanlagen für Zuhause etwas näher bringen.
Was machen Umkehrosmoseanlagen?
Umkehrosmoseanlagen sind Wasseraufbereitungsanlagen die aufgrund der Membrantechnologie dazu in der Lage sind, selbst kleinste Verunreinigungen, Schadstoffe und allgemein gelöste Stoffe effektiv aus dem Wasser zu filtern.
Ursprünglich wurden Osmoseanlagen in den 1950er Jahren von Wissenschaftlern in den USA dazu entwickelt, um Meerwasser effizient zu entsalzen. Die Umkehrosmoseanlage wurde dann jedoch über Jahrzehnte hinweg kommerzialisiert und wird heute neben Industriebereichen weltweit ebenso häufig für die Wasseraufbereitung in privaten Haushalten genutzt.
Umkehrosmose in der Natur
Die natürliche Osmose kommt in unserer Natur überall da vor, wo Flüssigkeiten durch eine halbdurchlässige Membran fließen um die Konzentration von Stoffen auszubalancieren.
Beispielsweise kann man den Osmoseprozess welche Pflanzen nutzen um Wasser aus dem Boden zu ziehen durchaus mit der Funktionsweise einer Osmoseanlage für das reinigen des Leitungswassers vergleichen.
Wenn Pflanzen also Flüssigkeiten über den Boden aufnehmen, hilft Ihnen die halbdurchlässige Zellmembran der Wurzel dabei, Wasser und wichtige Nährstoffe aufzunehmen.
Wie funktioniert Umkehrosmose bei Leitungswasser?
Den Prozess der Umkehrosmose bei einem Osmose-Wasserfilter mit Leitungswasser kann man ganz einfach erklären.
Eine Osmoseanlage drückt das verunreinigte Leitungswasser mit hohem Druck gegen das Herzstück der Filteranlage, die Membran. Die semipermeable Membran wirkt dabei wie ein extrem feines Sieb und lässt nur die sauberen Wassermoleküle durch. Das Ergebnis ist kristallklares, gefiltertes Leitungswasser.
Verunreinigungen wie Blei, Chlor, Bakterien oder sonstige Schadstoffe (auch „Konzentrat“ genannt) werden zurückgedrückt und landen meistens im Zulaufwassertank oder einem seperaten Wassertank für Abwasser. Das Schmutzwasser kann dann einfach entsorgt werden.
Die Filterstufen der Osmoseanlage bei Leitungswasser
Bei der Wasseraufbereitung mithilfe einer Osmoseanlage für den privaten Gebrauch kommen meistens mehrere Filterstufen zum Einsatz. Gewöhnlich kommt es dabei zu folgenden Stufen.
1. Vorfiltration
Das Leitungswasser wird zunächst durch einen Vorfilter geleitet. Dieser sorgt dafür, dass grobe Verunreinigungen wie Schwebestoffe, Sand oder Rost aus dem Wasser gefiltert werden. Danach eliminiert ein Aktivkohlefilter Verunreinigungen wie Chlor und organische Stoffe welche ansonsten die Membran der Osmoseanlage beschädigen könnten.
2. Membran-Filtration
Nach der Vorfiltration gelangt das Wasser zum Kern vom Wasserfilter. Die Membran entfernt sämtliche sich im Trinkwasser befindende gelösten Schadstoffe wie Fluorid, Schwermetalle, Bakterien, Pestizide oder Medikamentenrückstände. Eine hochwertige Osmoseanlage mit einer Membran mit mikroskopisch kleinen Poren von (0,0001 Mikrometer) kann bis zu 99% aller Schadstoffe aus unserem Leitungswasser herausfiltern.
3. Nachbehandlung vom Trinkwasser
Durch einen Nachfilter werden dem gefilterten Wasser anschließend wieder wichtige Mineralien zugefügt und meistens wird zusätzlich der pH-Wert erhöht. Hochwertige Umkehrosmoseanlagen bieten als letzten Schritt noch eine UV-Desinfektion um sicher zu gehen, das wirklich alle schädlichen Stoffe wie Keime, Bakterien und Pestizide aus dem Wasser entfernt wurden.

Was genau filtert eine Umkehrosmoseanlage?
Eine hochwertige Wasseraufbereitungsanlage verwandelt verunreinigtes Wasser in reines und bedenkenlos genießbares Trinkwasser. Eine Osmose Anlage filtert eine Vielzahl von Verunreinigungen effektiv aus deinem Trinkwasser. Zu den wichtigsten Schadstoffen und Verunreinigungen die eine Umkehrosmoseanlage entfernt zählen:
1. Chemische Verunreinigungen:
- Chlor bzw. organische Verbindungen
- Fluoride
- Medikamentenrückstände wie (Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin etc..)
- Pestizide und Herbizide
2. Schwermetalle
- Blei
- Arsen
- Quecksilber
- Cadmium
3. Mikroorganismen
- Bakterien
- Keime
- Viren
- Parasiten (z. B. Giardia, Cryptosporidium)
4. Mikroplastik und Nanopartikel
5. Überschüssiges Kalk
6. Unangenehme Gerüche und Geschmack
7. vieles mehr.....
Darum ist Osmosewasser gesund für unseren Körper
Reines Wasser aus dem Osmoseprozess bietet etliche gesundheitliche Vorteile.
Trinkwasser frei von Schadstoffen
Osmose-Wasserfilter machen sich die Funktionsweise der Umkehrosmose welche man beispielsweise auch in unserer Natur bei Pflanzen finden kann zunutze. So

werden etliche Schadstoffe wie Schwermetalle, Fluorid, Nitrat oder Chlor aus dem Wasser gefiltert. Übrig bleibt Wasser in seiner reinsten Form.
Mikroplastik und Medikamentenrückstände
In vielen Regionen in Deutschland wurden im Leitungswasser Spuren von Medikamentenrückstände und Mikroplastik entdeckt. Diese Stoffe haben langfristig eine negative Auswirkung auf den Hormonhaushalt und der Gesundheit unseres Körpers. Umkehrosmose-Anlagen sind in der Lage selbst die kleinsten Überbleibsel von Plastik oder Medikamenten die über den Kanal in unser Grundwasser gelangen, effektiv zu entfernen.
Fördert den natürlichen Entgiftungsprozess
Mineralarmes Wasser hat auf unseren Körper eine reinigende Wirkung. "Osmosewasser" hilft dabei, Giftstoffe auszuspülen und unterstützt den Organismus dabei besser zu arbeiten.
Aufgrund der hohen Reinheit, nimmt Osmosewasser auf dem Weg durch unseren Körper viel leichter Giftstoffe, Stoffwechselabfälle oder überschüssige Salze auf als Mineralhaltiges Leitungswasser.
Durch die sehr gute Aufnahmefähigkeit entlastet das Wasser aus einer Osmoseanlage unsere Niere und unsere Haut da diese weniger Arbeit für den Abbau von Stoffen und überschüssigen Mineralien leisten müssen.
Mehr zu Osmosewasser und dessen postitive Wirkung auf unseren Körper erfahren Sie hier: Was ist Osmosewasser?
Unterstützt die Zellgesundheit
Mineralarmes Wasser aus einer Osmoseanlage gilt als besonders zellfreundlich. Dieses ist in der Lage die Zellmembran leichter zu durchdringen und hilft so dabei Abfallstoffe leichter abzubauen.
Besseres Hautbild durch Wasseraufbereitung
Die Haut ist das größte Organ im menschlichen Körper. Ein Großteil der Schadstoffe werden über die Haut ausgeschieden. Wasser aus Osmose fördet die natürliche Entgiftung über die Haut und kann so für ein klareres Hautbild sorgen.
Wofür werden Umkehrosmoseanlagen noch genutzt?
Das Prinzip der Umkehrosmose kommt nicht nur bei Trinkwasser zum Einsatz.
Osmose in der Aquaristik
Um das Wasser für Unterwasserbewohner aufzubereiten, werden Osmoseanlagen auch häufig bei Aquarien verwendet. Kommunales Leitungswasser verfügt häufig über einen hohen Kalk und Mineraliengehalt welche für Fische oder andere Lebewesen im Aquarium schädlich sein können.
Prinzip der Umkehrosmose in der Industrie
In der Pharma- und Lebensmittelindustrie gelten strenge Vorschriften für Hygiene und Sicherheit. Osmoseanlagen sorgen in der Industrie bei Produktionsprozessen für sauberes Wasser für Lebensmittel und Medikamente.
